Unlautere Telefonwerbung, Datenmissbrauch und der K(r)ampf mit den Zeugen- wie können sich Unternehmen wehren?

Werbeanrufe auf dem privaten Anschluss und aufdringliche Haustürwerbung empfinden die meisten Verbraucher als Belästigung. Aber auch für Unternehmen ist es nicht nur ärgerlich, sondern auch wirtschaftlich oftmals nur schwer zu verkraften, wenn Mitbewerber mit unseriösen Direktmarketingaktionen auf ihre Bestandskunden losgehen. Auch bei der Verfolgung von Missbrauchsfällen bzgl. personenbezogener Daten in Wettbewerbsverhältnissen geht es ohne die Betroffenen nicht.
Telefonwerbung ist nur zulässig, wenn der Verbraucher dem Anrufer vor dem Anruf seine ausdrückliche Einwilligung schriftlich oder mündlich erklärt hat, § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG. Unternehmen können aber nicht nur gerichtlich nur mit Hilfe von Zeugen erfolgreich gegen unlautere Telefonwerbung vorgehen. Auch der Datenmissbrauch kann wettbewerbsrechtlich relevant sein, § 4 Nr. 11 UWG.

Doch in dieser scheinbaren Selbstverständlichkeit stecken oftmals die größten Hürden für einen Wettbewerbsprozess. Wie komme ich als Unternehmen an Zeugen aus dem Kundenkreis, die bereit sind, eine Aussage, ggf. per eidesstattlicher Versicherung,  vor gericht zu machen? Wie erkenne ich, ob ein Zeuge „gerichtsfest“ ist? Welche Fallen gilt es zu vermeiden?

Hier kann Ihnen der erfahren Berliner Werberechtsexperte, Rechtsanwalt Oliver Baustian, mit seine rlangjährigen Expertise konkrete branchenspezifische Hilfestellungen geben, damit sich auch Ihr Unternehmen  den Kampf gegen unlauteren Wettbewerb als erfolgreichen Schutz der Verbraucherinteressen an die Brust heften kann. Denn stets gilt: Es stärkt in jedme Fall die Kundenbindung, wenn Verbraucher das Gefühl bekommen, das Unternehmen engagiert sich für den Verbraucherschutz.

 

Gern helfe ich Ihrem Unternehmen weiter. Kontaktieren Sie mich über:

Mail: oliver.baustian@orthkluth.com

Telefon: 030-20609700

 

Streitbeilegung bei Online-Vertragsabschlüssen: Neue Informationspflichten für Online-Shop-Betreiber

Seit dem 9. Januar 2016 gilt die Verordnung (EU) Nr. 524/2013 über die Online-Streitbeilegung in Verbraucherangelegenheiten.
Die Verordnung gilt für die außergerichtliche Streitbeilegung von Streitigkeiten über vertragliche Verpflichtungen aus Online-Kaufverträgen oder Online-Dienstleistungsverträgen zwischen Verbrauchern und Online-Händlern.
Zweck der Verordnung ist die Erreichung eines hohen Verbraucherschutzniveaus im europäischen digitalen Binnenmarkt. Mit der Möglichkeit einer Online-Streitbeilegung (OS) soll eine einfache, effiziente, schnelle und kostengünstige außergerichtliche Lösung für Streitigkeiten angeboten werden.

Der Link zur Online-Streitbeilegungsplattfrom (OS-Plattform) muss für den Verbraucher leicht zugänglich sein. Die Informationen sind auch möglichst gebündelt anzugeben.

Für Rückfragen zur Umsetzung der neuen EU-Vorgaben bei Online-Shops stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.

Die Tücken der Auszeichnung – zur aktuellen Top-Lokalversorger-Rechtsprechung

Die aktuelle Rechtsprechung des Landgericht Fulda zu den „Top-Lokalversorgern“ im Netz überzeugt:

Wer als Unternehmen im Netz bundesweit mit spezifischen Qualitätsmerkmalen wie regionales Engagement, Servicqualität, kundennähe etc. wirbt, welches er tatsächlich nicht bundesweit, sondern nur sehr lokal an seinem Geschäftssitz erfüllt, täuscht den Verkehr in unzulässiger Weise über sein Unternehmen und seine Produkte und riskiert eine Untersagungsverfügung.

Nähere Informationen zu der auf andere Branchen übertragbare „Top-Lokalversorger-Rechtsprechung“ bekommen Sie hier:

oliver.baustian@orthkluth.com

 

 

Gewinnspiele und unlautere Telefonwerbung – ein Teufelskreis?

Verbraucher können seit langem ein Lied davon singen: Immer wieder melden sich auf dem privaten Telefonanschluss Firmen, deren Namen einem völlig unbekannt sind, um einem Produkte anzubieten, für die man sich nur selten interessiert….Stromverträge, Versicherungen, Zeitschriften, Kreditangebote…..Woher kommen die Anrufer an die persönlichen Daten?

Aber auch Unternehmen ärgern sich über diese Praxis, die das geltende Wettbewerbsrecht zu missachten scheint. Während sie selbst an gezielten Strategien feilen, potentielle Kunden im Direktmarketing erfolgreich anzusprechen, scheinen andere da einen einfachen Trick zu nutzen:

Firma A bietet Strom an, kooperiert dazu mit einem großen Medienkonzern M, der eine Vertriebsplattform für allerlei Produkte wie Stromverträge, Versicherungen, Zeitschriften u.a. anbietet. Dieses Unternehmen kooperiert seinerseits mit einem dritten Unternehmen X, das sich auf die Durchführung selbstkonzipierter Online-Gewinnspiele spezialisiert hat. Nun lässt M Verbraucher anrufen, die an dem Gewinnspiel von x teilgenommen haben und eine Einwilligung für Werbeanrufe durch Sponsoren von X, zu denen auch das Medienunternehmen M zählt, um Werbung beispielsweise für die Stromtarife von A anzubieten. Miut jedem Vertragsabschluss wird eine Provision fällig. So haben alle Beteiligten etwas davon, nur der Wettbewerber von A ärgert sich und fragt sich, ob diese Vorgehensweise rechtlich zulässig ist?

Eine rechtliche Einschätzung über die Zulässigkeit der konkreten Werbeanrufe durch M bei Verbrauchern hängt im Ergebnis von der konkreten Ausgestaltung der vorformulierten Einwilligung in Telefonwerbung ab, die in das Gewinnspiel integriert ist. Der BGH hat sehr restriktive Voraussetzungen geschaffen, die eine ausufernde telefonische Kaltakquise zu Gunsten der Sponsoren des Gewinnspielveranstalters ausschließt.

Für weitere Auskünfte zur rechtssicheren Gestaltung von werbeeinwilligungen und zu den Erfolgsaussichten für die Vorgehensweise gegen unerwünschte entsprechenden Methoden durch Mitbewerber kontaktieren Sie mich gern:

per Mail: oliver.baustian@orthkluth.com

per Telefon: 030-20609700

 

 

„Geprüfter Anbieter“ und Testsiegerwerbung – Was ist davon zu halten? –

Immer häufiger findet man auf Online-Shopseiten den Hinweis, dass man es mit einem „geprüften Anbieter“ zu tun hat. Der Verbraucher versteht dann, dass er auf einer juristisch „sauberen“ Seite ist und der Verbraucherschutz garantiert wird.
Dies ist offenbar manchen Gewerbetreibenden nicht bewusst. Wird mit dem Slogan „geprüfter Anbieter“ geworben, so darf der Verbraucher eine sorgfältige Überprüfung hinsichtlich des Anbieters und der Qualität der angebotenen Leistung anhand objektiver Kriterien erwarten. Das Landgericht Fulda hatte einen Fall zu entscheiden, bei dem der Online-Shop-Betreiber lediglich seine ordnungsgemäße Gewerbeanmeldung attestieren lassen hat. Andere Kriterien, z.B. die Verwendung zulässiger Allgemeiner Geschäftsbedingungen, transparenter Preisauszeichnung u.ä. hatte der Anbieter nicht überprüfen lassen, LG Fulda, Urteil vom 17.01.2014, Az. 7 O 16/14.
Mit einem firmenfremden Siegel wird immer der Eindruck einer neutralen, an sachlichen Kriterien ausgerichteten Prüfung durch eine neutrale Instanz suggeriert.
Die Verwendung von solchen frei erfundenen „Geprüfter Anbieter-Siegeln“ ist unzulässig, da sie eine spürbare Irreführung des Verbrauchers im Sinne des UWG (Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb)verursachen, wenn tatsächlich keine vorherige Überprüfung der Seite anhand objektiver Kriterien durch eine neutrale Stelle erfolgt ist. Dem Betreiber des Online-Shops drohen Abmahnungen oder einstweilige Verfügungen wegen unlauterer Werbung von Mitbewerbern oder Verbraucherverbänden.
Das Urteil beanstandet außerdem zu Recht die werbliche Unsitte, sich als Testsieger zu deklarieren, obwohl man als Unternehmen keinen Spitzenplatz bei dem Auswahlverfahren gewonnen hat. Das beklagte Unternehmen hatte mit der Bezeichnung „Sieger““ geworben, obwohl es nur der zwölfte Platz in dem von neutraler Seite durchgeführten Wettbewerb belegt hatte. Unter „Sieger“ versteht der Verbraucher aber in der Regel immer nur den ersten, unter Umständen je nach Branche auch noch den zweiten oder dritten Platz, nicht jedoch den zwölften Platz. Will das Unternehmen in diesen Fällen trotzdem damit werben, dass es immerhin einen der oberen Plätze eingenommen hat, so empfiehlt sich die Bezeichnung „Ausgezeichneter Teilnehmer des Wettbewerbs XX“.

Bei der Werbung mit der Testsiegerplakette ist darauf zu achten, dass der Verkehr nicht in die Irre geführt wird über die geographische Reichweite der verliehenen Auszeichnung. Unternehmen  vergessen mitunter bewußt, ihre in einem regionalen Wettbewerb verliehene Auszeichnung überregional in der Außenwerbung einzusetzen, ohne in einem Sternchentext auf die geographische Begrenzung der Auszeichnung hinzuweisen. Ein solcher Hinweis ist nur dann entbehrlich, wenn die Firmierung des Unternehmens oder der Name der Auszeichnung bereits objektiv erkennbar auf eine räumliche Beschränkung der Auszeichnung für den Verkehr hinweisen.

Online mehr verkaufen: 10 nützliche Features für erfolgreiche Onlineshops

Mit einigen einfachen Tricks und Zusatzfunktionen kann die Conversion-Rate von Onlineshops gesteigert werden. Die Onlineshop-Agentur ACID21 hat die wichtigsten Tipps für mehr Umsatz im Netz zusammengefasst.

Laut einer Studie zum Einkaufsverhalten von deutschen Online-Kunden würde jeder zweite Deutsche häufiger online bestellen, wenn das Einkaufserlebnis besser wäre. Doch wie begeistert man die Besucher eines Onlineshops? Und wie optimiert man gleichzeitig die Anzahl der Verkäufe?

1) Produktkonfiguratoren: Produkte selbst gestalten
Sowohl bei Händlern als auch bei den Konsumenten immer angesagter sind Online-Konfiguratoren, mit denen sich Kunden ganz einfach personalisierte Produkte selbst erstellen können. Ob Türen oder Schränke nach Maß, individuell gestaltete Telegramme, Grußkarten und T-Shirts oder ansprechende Gravuren – mit Software für Mass Customization lassen sich Kundenwünsche garantiert punktgenau erfüllen.

2) Cross-Selling: “Diese Produkte könnten dich auch interessieren”
Wer mit seinem Onlineshop mehr verkaufen will, sollte auf Cross-Selling zurückgreifen und Kunden zusätzlich interessante Produkte vorschlagen. Kurz vor dem Check-Out können ähnliche oder ergänzende Produkte beworben werden, die den Interessen der Kunden entsprechen. Amazon macht es mit „Diese Produkte könnten dich auch interessieren“ oder „Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch“ vor. Entsprechen diese Produkte tatsächlich den Interessen des Users, ist die Chance hoch, dass weitere Produkte in den Warenkorb gelegt und gekauft werden. Weil durch diese Methode zusätzlich die interne Verlinkung des Onlineshops verbessert wird, unterstützen Cross-Seller ganz nebenbei noch die Suchmaschinenoptimierung.

3) Newsletter-Funktion: Kunden immer wieder erreichen
Über ein Newsletter-System können interessierte Kunden immer wieder erreicht und aktiviert werden. In Verbindung mit Sonderprämien für Weiterempfehlungen oder Rabatte für treue Kunden – zum Beispiel mit einem Gutscheincode über 10 % – ist ein Newsletter ein effektives und relativ preiswertes Tool zur Erhöhung der Kaufbereitschaft und eine Erweiterung des Kundenstamms.

4) Sonderaktionen, Streichpreise, Verknappung
Sales und Schlussverkäufe jeglicher Art fördern beim Onlinekäufer das Gefühl ein Schnäppchen zu machen. Das Produkt wird dabei mit auffallenden, grafischen Elementen verknüpft, um auf Sonderangebote und Preisreduzierungen aufmerksam zu machen. Es mag sich wie eine triviale Taktik anhören, kann die Verkaufszahlen jedoch erheblich erhöhen.

5) Schneller zum Ziel: Such- und Filterfunktion
Onlineshop-Kunden möchten benutzerfreundliche Websites und Produkte in kürzester Zeit finden. Suchfelder (am besten mit Autocomplete-Funktion) sind daher ein Muss für jeden Onlineshop. Zusätzlich können auch Filterfunktionen bereitgestellt werden, mit denen User das Produktangebot nach Produktkategorien, Farben, Größe, Materialien, Preisklassen und weiteren Spezifikationen sortieren können. Merke: Je schneller der User das gewünschte Produkt findet, desto eher kauft er in Ihrem Onlineshop ein.

6) Warenkorbwert erhöhen: “Versand ab 50 € kostenlos”
Mal ehrlich: Wer will heute noch Versandgebühren bezahlen? Niemand. Deshalb ein einfacher Tipp: Wenn ein Kunde seinen Warenkorb mit Produkten um 40 € gefüllt hat und zum Checkout fortfahren möchte, kann der Kunde mit einer einfachen Meldung darauf hingewiesen werden, dass der Versand ab einem Warenwert von 50 € kostenfrei ist. Das hinzufügen eines weiteren Produkts scheint rational, man spart sich schließlich die Versandkosten und bekommt ein Produkt mehr. Natürlich muss man als Betreiber eines Onlineshops davor abwägen, ob ein solches Angebot rentabel ist.

7) Blog-Funktion: Nützlichen Content bereitstellen
Zu jedem Onlineshop gehört ein Blog mit aktuellen Tipps und Neuigkeiten aus dem Umfeld des Shop-Anbieters. Hier kann auf Produktneuheiten, Topseller, Geschenkideen oder Produktdetails eingegangen werden. Wenn der Content informativ, locker und themengebunden ist, wird der Benutzer mehr Zeit auf der Website verbringen und die Beiträge (inklusive Hinweise auf Ihre Produkte) im besten Fall in sozialen Netzwerken teilen. Mit einem Blog erweitern Sie auf einfache Weise die Zahl der Inhaltsseiten zu Ihrem Onlineshop und damit auch die Reichweite. Und mehr Reichweite führt zu mehr potenziellen Kunden.

8) Expressversand und verschiedene Zahlungsmöglichkeiten
Viele Käufer bevorzugen bestimmte Zahlungsmöglichkeiten. Sind diese nicht vorhanden, sucht sich der potenzielle Kunde schnell einen anderen Shop, der die bevorzugte Zahlungsmöglichkeit anbietet. Deshalb sollten möglichst viele verschiedene Zahlungsmöglichkeiten angeboten werden. Und falls es beim Kunden mal schnell gehen muss, sollte der Webshop die Zusatzoption „Expressversand“ anbieten. So kann die Kaufabbruchrate gesenkt und die Anzahl der Bestellungen erhöht werden. Merke: In punkto Zahlungsmöglichkeiten und Lieferoptionen sollten sich Onlineshops an die User anpassen, nicht anders herum.

9) Responsive Webdesign: Überall verfügbar
Wird der Onlineshop auf Smartphones, Tablets und Desktop-PCs ordentlich dargestellt? Bleibt das Design einheitlich und die Funktionalität auf allen mobilen Endgeräten erhalten? Responsive Webdesign sorgt dafür, dass sich die Benutzeroberfläche eines Shops automatisch an die vielen verschiedenen Screens anpasst und so immer für ein optimales Benutzererlebnis gesorgt wird.

10) Bewertungs- und Kommentarfunktionen
Kunden vertrauen meist den Bewertungen von anderen Kunden, die das Produkt bereits erworben haben. Ist ein Produkt schlecht bewertet, wird eine Bewertungsmöglichkeit den Absatz dieses Produktes verringern. Sind Bewertungen dagegen überragend, können diese ein Kaufimpuls für den Kunden sein. Verknüpft man die Bewertungs- und Kommentarfunktion mit Social Media-Funktionen und werden diese Bewertungen weiterverbreitet, können dadurch erneut Kaufimpulse für potenzielle Kunden entstehen. Bieten Sie Ihren Kunden nicht nur einen Onlineshop – bauen Sie eine aktive Community rund um Ihre Marke auf!

Conversion-Optimierung für Ihren Onlineshop?
Wir von ACID21 sind auf die Konzeption, Umsetzung und Programmierung von Onlineshops spezialisiert. Gerne unterstützen wir Sie bei der Conversion-Optimierung. Kontaktieren Sie uns einfach – wir beraten Sie persönlich.

Stefan G. Meier, Internetagentur ACID21
ACID21 ist eine branchenunabhängige Agentur für E-Commerce, Kommunikation und Software mit Standorten in Berlin und Münster. Als Internetagentur für professionelle Onlineshops schaffen wir mit bedarfsgerechten Lösungen und qualitativ hochwertigen Produkten einen messbaren Mehrwert und das Fundament für mehr Umsatz im Netz.

Telefonmarketing – Sorgfaltspflichten für Unternehmer- Aktuelle Entscheidung des LG Ravensburg vom 30.06.2014, Az. 7 O 16/14 KfH

Unternehmen, die mit externen  Call-Centernen im Vertrieb kooperieren, bewegen sich in der Regel rechtlich auf dünnem Eis: Schnell können hier die Anwalts-und Gerichtskosten, ja sogar Ordnungs- und Bußgelder explodieren, dass vom Marketingetat nicht mehr viel übrig bleibt.

Seit der Novellierung des § 7 im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) im Jahr 2009 dürfen Verbraucher auf ihren privaten Anschlüssen nur angerufen werden zu Werbezwecken, wenn die  Verbraucher zuvor gegenüber dem Werbenden Unternehmen ihre ausdrückliche Einwilligung erteilt haben, § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG.

Das bedeutet, dass Unternehmen sehr sorgfältig die Adresslisten zu prüfen haben, bei denen die Telefonagents anrufen. Bei unerlaubten sog. Cold Calls muss das Unternehmen sich die Wettbewerbsverletzungen der Callcenter zurechnen lassen. Auf Vorsatz oder Fahrlässigkeit kommt es nicht an.

Ist allerdings erst einmal eine gerichtliche Untersagungsverfügung ergangen, die dem Unternehmen Werbeanrufe ohne Einwilligung der betroffenen Kunden untersagt, enden die Pflichten des Unternehmens noch nicht:

Wichtig ist jetzt, die Unterlassungsverfügung umgehend und unmissverständlich allen Kooperationspartnern im Vertrieb  zur Kenntnis zu bringen. Passiert dies jedoch nicht in ausreichender Form und Deutlichkeit, droht dem Unternehmen ein empfindliches Ordnungsgeld nach § 890 ZPO. Je nach Branche und Gerichtsstandort liegen die Ordnungsgelder in der Regel bei Erstverstößen nicht unter 3.-5.000,00 €.

Anders als bei den wettbewerbsrechtlichen Unterlassungsansprüchen muss dem gegen die Unterlassungsverfügung verstoßenden Unternehmen jedoch ein Verschulden nachgewiesen werden.  das Landgericht Ravensburg hat jetzt entschieden, dass allgemeine Rundschreiben, in denen auf die Unzulässigkeit von „Cold Calls“ hingewiesen werden, nicht ausreichen. Vielmehr wird verlangt, die Call-Center unter ausdrücklichen Hinweis auf die gerichtliche Verfügung eindringlich und ggf. mit Androhung und Durchführung von Stichprobenkontrollen auf die Einhaltung des Verbotes hinzuweisen.

Die Gerichte setzen die Informationspflichten der Unternehmen gegenüber den beauftragten Vertriebspartnern regelmäßig sehr hoch an. Eine hinreichende Überwachung sollte daher dokumentiert werden. Auch sollten Sanktionen nicht nur angedroht, sondern in der Vergangenheit auch schon vollstreckt worden sein, damit die Warnung ernsthaft und das Bemühen um rechtskonformes Verhalten des Unternehmens glaubwürdig erscheint.

 

 

Wenn das Heimspiel zum Eigentor wird!

Werbung ist ein faszinierendes, uns alle täglich berührendes, zugleich aber rechtlich im Einzelfall sehr heikles Thema.  Denn Werbung soll uns als Verbraucher einerseits nach Möglichkeit umfassend sachlich über Risiken und Nebenwirkungen, verdeckte Kosten, Preisgarantien und Umtauschrechte informieren, andererseits aber auch nicht langweilig oder schwer verständlich daher kommen. Ein Spagat, der für viele Kreativ-Agenturen zur täglichen Zerreißprobe wird!

Gerade bei Produkten des täglichen Bedarfs wie Strom und Gas ist es nicht immer einfach für Kreative, sich einen originellen Ansatz zu überlegen, um die Produkte an den Endverbraucher zu bringen. In letzter Zeit setzen viele Energieversorger auf das Thema Heimatverbundenheit und regionales Engagement, um sich von anonymen bundesweiten Energie-Disountern abzugrenzen. Der Kunde soll wissen, dass die lokale Verbundenheit ein Mehrwert ist, sei es im bereich service oder auch durch Schaffung von Arbeitsplätzen in der Region.

Aber die Betonung der Heimatverbundenheit kann auch kontraproduktiv sein. So hat jetzt das Landgericht Hanau entschieden, dass folgende, geringfügig abgewandelte Werbebotschaft wettbewerbswidrig ist, Urteil vom 07.05.2014, Az. 6 O 4/14:

Wir kennen in unserer Region jeden Strauch, jeden Baum, jeden Gasanschluss. Hier fühlen wir uns zu Hause und übernehmen Verantwortung. Und das seit mehr als 100 Jahren. Mehr über unsere Verbundenheit zur Region unter www……de.“

Das Gericht sieht diese Werbung als Verstoß gegen das Irreführungsgebot, welches aus § 5 Abs. 1 UWG folgt. Das werbende Unternehmen hatte nämlich keine konkrete Kenntnis „über jeden Gasanschluss“ in dem Versorgungsgebiet, da es nur für den Gasvertrieb, nicht aber für das Gasnetz und damit für die Haushaltsgasanschlüsse verantwortlich war. Bei Energieversorgern mit einer bestimmten Größe schreibt das Energiewirtschaftsgesetz vor, dass der Netzbetrieb in der Werbung auf eine Trennung vom Vertrieb zu achten hat. Diese Pflicht gilt spiegelbildlich auch für den Vertrieb, der sich nicht des Wissens der Netzgesellschaft rühmen darf. Das hatte die Werbeagentur offenbar übersehen.

Zu recht weist das Landgericht Hanau darauf hin, dass eine Irreführung nicht deshalb zu verneinen sei, weil es bei der Werbung um eine reklamehafte Übertreibung gehe. Der durchschnittlich informierte Verbraucher – auf den es immer als Maßstab ankommt – könne die Aussage ernst nehmen und dem werbenden Unnternehmen besondere Sachkompetenz unterstellen aufgrund der langen Firmengeschichte.

Das Werben mit vermeintlicher Expertise kann sich als für Werbende als Eigentor entpuppen, wenn man die Rechtslage ignoriert. Darum besser vorher prüfen lassen, bevor man verurteilt wird. Das werbende Unternehmen musste hier neben den Anwaltskosten auch die Gerichtskosten im Wesentlichen vollständig  tragen.

 

Wer sorgt für die Versorgungssicherheit im Netz? Oder wie das Energiewirtschaftsrecht als Marketinginstrument missbraucht wird

Eigentlich ist das alte Spiel bekannt: Um im Markt Aufmerksamkeit zu erzielen, müssen den potentiellen Käufern immer wieder neue Slogans eingehämmert werden, um einen Kaufanreiz zu schaffen. Was für Luxusmarken, Autos etc. noch nachvollziehbar erscheint, ist bei Produkten der Daseinsvorsorge wie Strom, Gas und Wasser schon deutlich schwieriger. Brauchen tut es jeder, bezahlen will es keiner und die Produkte an sich sind unabhängig vom Versorger durchaus mehr oder weniger austauschbar. Kein Wunder also, dass bei den engen Kalkulationsmargen andere Schlüsselbegriffe für das notwendige Markenimage sorgen müssen. Jetzt ist erstmals auch das Thema Netzinfrastruktur auf dem Werbemarkt der Energiewirtschaft angekommen.

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